Am 8. Juni konnte man nachmittags um 6 Uhr im Adna Café in Budapest an einer interessanten und erhebenden Buchpräsentation teilnehmen. Hier wurde nämlich das Buch unter dem Titel Fabeln von Gáspár Heltai vorgestellt, eine Reprint-Ausgabe des ursprünglich 1566 erschienen Werkes des berühmten Reformators, Pastors, Schriftstellers und Buchdruckers. Die Erscheinung des Bandes wurde auch von der Gedenkkommission Reformation unterstützt.

Wahrscheinlich das berühmteste Werk des berühmten Reformators und Schriftstellers, eines der großen „Unternehmer“ seiner Zeit wurde von den Mitarbeitern des Verlags Magyar Napló wieder ins Leben gerufen. Das ist das Buch mit dem Titel ‘Fabeln’, die von den Herausgebern mit einer CD-Beilage versehen haben. Auf der Platte sind diese Fabeln in der Darstellung von Pál Szalóczy, Träger des Kazinczy-Preises, in zeitgenössischer Sprache zu hören. Der neu erdachte Band wurde am 8. Juni im Adna Café in Budapest vorgestellt. Dem Treffen gaben die Ohrwürmer der Alte-Musik-Gruppe Tabulatúra eine ganz außergewöhnliche Athmosphäre.

Die Moderatorin dieses Abends war die Malerin und Schriftstellerin Noémi Vészabó. Die Vorstellung fing mit den Gedanken des Vortragskünstlers Pál Szalóczy an, gefolgt von der Begrüßung von Dr. Károly Hafenscher, dem Ministerialbeauftragten der Gedenkkommission Reformation.

„Denkt man an die Reformation, denken wir hauptsächlich, dass es eine kirchliche Bewegung war, die eigentlich als eine theologische Diskussion begann. (…) Ihre Wirkung dauert jedoch bis heute. Sie übte ihre Wirkung nicht nur auf den Bereich der Theologie, dem Leben der Kirche aus, sondern auf zahlreiche Bereiche, die das ganze Leben des Menschen bestimmen.“

Der Ministerialbeauftragte erklärte, dass die Erneuerung auch durch das Leben von Menschen sichtbar ist, z.B. durch die Studie des Alltags der Reformatoren im 16. Jahrhundert. Die Muttersprache von Gáspár Heltai war Deutsch, er lernte jedoch auch Ungarisch, so gut, dass er letzten Endes die Sprache bereichert und geformt hatte. Dafür ist der Band Fabeln ein perfektes Beispiel, das uns bis heute hilft, uns im Leben zurechtzufinden. Der nächste Sprecher des Abends war der Professor Dr. András Szabó. Er ging bezüglich des Lebens von Gáspár Heltai ins Detail und betonte für die Anwesenden, dass Gáspár Heltai als Herausgeber und Buchdrucker gleich am Anfang „auf den Ungarisch sprechenden Markt abzielte“. Zu diesem Zeitpunkt beschloss er sich, selber zu schreiben.

„Seine Fabeln sind hauptsächlich Märchen mit moralischer Lehre. Es geht darum, wie wir leben und wie wir uns verhalten sollen. Er möchte den Menschen eine Art anständige Lebensweise empfehlen.“

An der Vorstellung nahm auch der Vertreter des Verlags Magyar Napló, der verantwortliche Herausgeber Zoltán Jánosi , sowie der Redakteur Zoltán Réger teil. Zwischen den Rednern war immer der Spiel von Tabulatúra zu hören, selbst Pál Szalóczy las aus dem Buch vor, der am Ende des Programms in seinem letzten Beitrag die Wichtigkeit des Werks hervorhob, genau wegen seiner Hörbuchform. Dadurch können wir uns einfacher vorstellen, wie sich unsere Ahnen ausgedrückt hatten. Ganz zu schweigen davon, dass sich das Hörbuch-Format im 21. Jahrhundert eine zunehmende Beliebtheit erfreut, das in Westeuropa immer verbreiteter ist. Pál Szalóczy sagte, dass er einer der Fahnenträger dieses Formats sein möchte.

Hoffentlich wird diese Art, Literatur zu genießen, auch in unserer Heimat immer beliebter und man kann sich noch zahlreiche Bücher anhören, sogar in der Darstellung unterschiedlicher Vortragskünstler.

X