Die reformierte, die evangelisch-lutherische und die unitarische Kirche erwarten ein reiches Jahr: anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation werden die Interessenten mit gemeinsamen und individuellen Programmen erwartet.

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In dem anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation im Gedenkjahr 2017 werden in ganz Siebenbürgen mehrere hundert Veranstaltungen organisiert. Der Kirchenrat des Reformierten Kirchenbezirks Siebenbürgen, Zoltán Ferenc Ballai erklärte der „Krónika“: alle zehn reformierten Kirchenbezirke des Karpatenbeckens, darunter auch die beiden in Siebenbürgen bereiten selbständige und gemeinsame Programme und Gedenkfeier vor. Einige hängen miteinander zusammen, man hat aber auch darauf geachtet, dass nicht mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden, vielmehr sollten die Betroffenen veranlasst werden, an möglichst vielen Ereignissen teilzunehmen.

Die Eröffnungsfeier des Gedenkjahres wird am 14. Januar im Kulturpalast in Neumarkt (Tirgu-Mures, Marosvásárhely) vom Reformierten Kirchenbezirk Siebenbürgen im Rahmen des reformierten Musikfestivals „Es brenne die Flamme“ organisiert. Die feierliche Generalversammlung, die im Sommer stattfindende Jubiläums-Priesterweihe, beziehungsweise die feierliche Bestätigung des Pastoreneids gelten als besondere Ereignisse, im September werden das renovierte Protestantische Theologische Institut in Klausenburg (Cluj, Kolozsvár), sowie die modernisierten Gebäude von fünf Schulen übergeben. In der Schatzsstadt Klausenburg wird die Statue des Bischofs Domokos Szász im Rahmen des Gedenkjahres enthüllt, und die Ausstellung über die Reformation kann im Reformierten Museum Siebenbürgens am Bocskai-Platz besichtigt werden. Die Evangelisch-Lutherische Kirche, sowie die beiden reformierten Kirchenbezirke Rumäniens (Siebenbürgisch und Királyhágómelléki) bereiten eine gemeinsame feierliche Synode vor – über den Zeitpunkt der Veranstaltung wird noch abgestimmt.

Ausschreibung für Unterstützung

Zoltán Ferenc Ballai hat unserer Zeitung berichtet: die Schulen, die Wohnheime und die Pastoren bereiten sich nicht nur gemeinsam, sondern auch getrennt für das Gedenkjahr vor. Der Kirchenbezirk versucht dabei zu helfen, so werden insgesamt 50.000 Euro für die Unterstützung von Veranstaltungen kleinerer Gemeinden und Schulen ausgeschrieben. „Die Ideenbörse ist ständig im Gange, es finden bestimmt Quizwettbewerbe, Konzerte und Kunstausstellungen, sowie Pilgerreisen statt, die sich um das Thema Reformation aufbauen. Der Kirchenrat erklärte: „Wir möchten die Kontakte mit den Schwestergemeinden auch stärken“.

Laut den Plänen werden die 95 Thesen von Martin Luther auf Riesenplakaten in ganz Rumänien verkündet, unterstützt durch das biblische Wort. Zoltán Ferenc Ballai teilte uns ebenfalls mit: nach dem Vorbild des ungarischen Forstgesetzes aus dem Jahre 1896 werden in allen Gemeinden je nach Möglichkeit 500, 50 oder mindestens 5 Obstbäume oder andere Bäume gepflanzt, wodurch die Aufforstung der Gemeindefelder umgesetzt werden könnte.

Im Partium wird auch ein sehr reiches Jahr erwartet: alle neun Diözesen des Reformierten Kirchenbezirks Királyhágómellék organisieren auch getrennte Gedenkfeiern. Mehrheitlich wird einer mit der Reformation eng verbundenen historischen Persönlichkeit die Ehre erwiesen: Nagykároly erinnert sich beispielsweise an den Bibelübersetzer Gáspár Károli, Erdőd an den die Reformation als erster annehmenden und unterstützenden Aristokraten Gáspár Drágffy, und auch für Ferenc Kölcsey wird eine Gedenkwoche veranstaltet – haben wir vom Bischof István Csűry erfahren.

Der Tag der Einheit der ungarischen Reformation gilt als wichtige Veranstaltung, die 2017 in Großwardein (Nagyvárad, Oradea) gefeiert wird. Csűry erinnerte uns: Die Veranstaltung findet seit 2009 jedes Jahr am Sonntag statt, der am nächsten zum 20. Mai ist, einen Tag früher, am Samstag wird das Festival „Einheit“ veranstaltet. Diesmal findet die zweitägige Veranstaltung in der renovierten Burg von Großwardein statt, wozu mehr als zehntausend Teilnehmer aus dem ganzen Karpatenbecken erwartet werden. „Großwardein ist der geographisch-geometrische Mittelpunkt des Karpatenbeckens, der von überall in derselben Zeit erreicht werden kann andererseits war es immer schon eine strategische Stadt Ungarns – erklärte der Bischof des Reformierten Kirchenbezirks Királyhágómellék.

Man gedenkt der Vergangenheit, denkt aber auch an die Zukunft

István Csűry betonte: man verleugnet nicht das römisch-katholische Erbe und glaubt an die Universale Heilige Kirche, daher ist der zentrale Gedanke der Veranstaltungen: „Schütze die Burg!“ Damit wird einerseits auf die Vergangenheit, auf das Erbe des Heiligen Stephans und des Heiligen Ladislaus hingewiesen, wobei aber auch die Verantwortung für die Zukunft betont werden soll. Der Bischof fügte hinzu: In der Umgebung von Szatmár wurden in der vergangenen Periode vier mittelalterliche Kirchen restauriert, das Projekt wird in Richtung Großwardein fortgesetzt, somit die Renovierung von Denkmälern Teil des Gedenkjahres sein wird. Er fügte noch hinzu: das Gedenkjahr geht am 31. Oktober zu Ende, die Schlussveranstaltung findet in Budapest statt, wobei aber alle 300 Gemeinden des Kirchenbezirks auch eigene Feste organisieren.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Rumäniens organisiert im Rahmen des Gedenkjahres Symposien, Jugendveranstaltungen und gibt auch thematische Bücher heraus – erklärte der „Krónika“ der bischöfliche Sekretär Olivér Fejér. Die Gemeinden bereiten auch einzeln ein reiches Programmangebot vor. Die jährlichen Generalversammlungen finden im Zeichen des 500. Jubiläums statt und die drei Diözesen organisieren bei Kronstadt (Brasov, Brassó) eine gemeinsames Treffen. Thema des landesweiten Sommerjugendlagers wird die Reformation sein, die in einer freien und ungezwungenen Annäherung erörtert wird.

Olivér Fejér wies darauf hin: die Reformierung der Liturgie wird für dieses Jahr geplant, und bis zum Jahresenden wird auch das Gesangbuch erneuert. In der vorweihnachtlichen Adventszeit wird die Schlussfeierlichkeit zusammen mit den Schwesterkirchen aus Norddeutschland, Dänemark, der Slowakei und Ungarn veranstaltet.

Quelle: kronika.ro

Autor: Blanka Bíró

Der originale Artikel ist erreichbar: http://kronika.ro/erdelyi-hirek/reformacio-500-gazdag-emlekevre-keszulnek-erdelyben-es-a-partiumban

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